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„Mir isst es Recht!“ – Speisen für das Menschenrecht auf Nahrung!

Speisenaktion „Mir isst es Recht“ 2017 – Starkmachen für Soziale Rechte

Der Themenschwerpunkt der Speisenaktion ist dieses Jahr Soziale Rechte.

Download Programmfolder

In Österreich gab es in den letzten zehn Jahren trotz Wirtschaftswachstum einen gravierenden Abbau sozialstaatlicher Errungenschaften. Die Gruppe der von Armut Betroffenen wächst. Mehr als eine halbe Million Menschen in Österreich leben in manifester Armut – das heißt sie haben zum Beispiel nicht genug Geld frisches Obst oder Gemüse zu kaufen oder ihre Wohnung ausreichend zu heizen. Der Frauenanteil unter den Armutsbetroffenen ist überproportional hoch. Immer mehr Menschen sind mit einer Verletzung ihres Rechts auf Nahrung konfrontiert und – auch in Österreich – auf Lebensmittelspenden und Sozialmärkte angewiesen. Menschenrechte können nur in ihrer Gesamtheit verwirklicht werden. Damit das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard erfüllt ist, müssen neben dem Recht auf Nahrung, zum Beispiel auch das Recht auf Wohnen, Gesundheit oder Arbeit verwirklicht sein.

FIAN ist aktiv in der Arbeitsgruppe „Soziale Rechte“ innerhalb der österreichischen Armutskonferenz. Dort kämpft FIAN gemeinsam mit Menschenrechten gegen Armut und setzen sich aktiv dafür ein, dass Armutsbetroffene sichtbar werden und ihre Stimme Gehör findet. Dabei machen sie auf die vielfältigen Verletzungen der Menschenrechte aufmerksam und ziehen politische EntscheidungsträgerInnen zur Verantwortung
– unterstütz deren Arbeit mit dem Genuss einer FIAN-Speise!

Was ist „Mir isst es Recht“?

In 10 Lokalen in Graz, Linz und Wien werden zwischen dem 16. Oktober (Welternährungstag) und dem 10. Dezember (Weltmenschenrechtstag) ausgewiesene FIAN-Gerichte serviert. Pro Speise gehen 1 Euro an FIAN. Damit wird der Einsatz gegen Verletzungen des Menschenrechts auf Nahrung und für eine Welt frei von Hunger unterstützt. Während des gesamten Aktionszeitraums wird es Veranstaltungen in teilnehmenden Lokalen geben. Die Art der Veranstaltungen reicht von Musikabenden, über Poetry Slams bis hin zu Kochworkshops.

Kochworkshop – in der Küche am Graben, 15. Novmeber 1800

Im Rahmen dieser Aktion veranstaltet der Wirt am Graben, Pierre Jean Levassor, heuer einen Kochworkshop, der rund um den Herd aber auch am großen Esstisch stattfinden wird.
Es werden herbstliche Produkte von LandwirtInnen aus der Umgebung ins FIAN Rexglas eingekocht.
Gemeinsam werden wir feine Speisen kochen und anhand einiger Rezepturen aus dem Mühlviertel genussvoll erleben, wie man sich einfach an einem sozial und ökologisch angepasstem Ernährungskonzept beteiligen kann, nicht nur für das eigene Wohl sondern auch das zukünftiger Generationen!

  • Was kann ich meinen Lebensmittel zutrauen?
  • Was bedeutet eigentlich ein MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum)?
  • Wo bekommen ich frische Produkte aus ökologisch angepasster bäuerlicher Landwirtschaft?
  • Welchen Schaden bringen Lebensmittel aus der Industrie für mich aber vor allem für meine Umwelt und unsere Kinder?
  • Gibt es Gemeinschaftsgärten in meiner Umgebung?
  • Wie bereite ich rasch und kostengünstig gesundes Essen zu? Wo kann ich das lernen?

durch den Abend führen wird: Pierre Jean Levassor

dabei sein wird: Vertreter*in von FIAN Österreich, Studentin der FH für Gesundheitsberufe, …

EINTRITT – freie Spende zugunsten FIAN Österreich

TeilnehmerInnen: max. 13 Personen – aufgrund der begrenzten Anzahl an Plätzen ist die Anmeldung zum Workshop als verbindlich zu betrachten – danke für dein Verständnis!!

 

Warum gibt es die FIAN-Speisenaktion?

Das Menschenrecht auf Nahrung ist ein zentrales Instrument um den weltweiten Hunger zu reduzieren. Durch die Speisenaktion soll auf dieses Menschenrecht aufmerksam gemacht werden. Zudem ist unabhängige Finanzierung durch Spenden eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Menschenrechtsarbeit.

Wie steht es um Soziale Rechte in Österreich?

In Österreich waren 2016 1,5 Millionen Menschen von Armut und Ausgrenzung gefährdet. Das entspricht 18 Prozent der Bevölkerung. Der Frauenanteil ist hier überproportional hoch. Immer mehr Menschen sind mit Nahrungsunsicherheit und somit einer Verletzung ihres Rechts auf Nahrung konfrontiert. So versorgen Sozialmärkte, Tafeln und ähnliche ca. 6-8 Prozent aller ausgrenzungsgefährdeten Personen in Österreich. Dass diese Menschen sich selbstbestimmt ernähren können, ist nicht mehr gewährleistet. Denn das Menschenrecht auf Nahrung ist mehr als eine Mindestanzahl an Kalorien. Das Recht auf Nahrung ist dann verwirklicht, wenn jeder Mann, jede Frau und jedes Kind, einzeln oder gemeinsam mit anderen, jederzeit physisch und wirtschaftlich Zugang zu angemessener Nahrung oder Mitteln zu ihrer Beschaffung hat. Das Recht auf angemessene Nahrung darf daher nicht eng oder restriktiv im Sinne einer Mindestration an Kalorien, Proteinen und anderen spezifischen Nährstoffen ausgelegt werden.

Doch obwohl sich Österreich zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet hat, werden derzeit frei nach dem Motto „Arme bekämpfen statt Armut“ politische Kampagnen gefahren, um soziale Errungenschaften abzubauen. BezieherInnen von sozialstaatlicher Unterstützung werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Sie werden zu BittstellerInnen degradiert, statt sie als RechtsinhaberInnen zu sehen.

Mit der Arbeit von FIAN in der Armutskonferenz rücket die Teilhabe von Armutsbetroffenen in den Mittelpunkt und setzt sich für die Verankerung des Rechts auf Nahrung im österreichischen Rechtssystem ein.

Die Arbeitsgemeinschaft „Soziale Rechte“ hat ein Grundlagenpapier „Mit Menschenrechten gegen Armut“ zu menschenrechtlichen Defiziten in der österreichischen Verfassung, Gesetzgebung und der politischen Programmierung verfasst. Das können Sie hier lesen.